Digitaler Produktpass für die CPR | Guidelines | R<THINK

Die neuen Anforderungen leiten sich aus der Ecodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (engl. Ecodesign for Sustainable Products Regulation, ESPR) ab, die im Juni 2024 in Kraft trat. Während die ESPR zunächst Elektronik- und Elektrogeräte abdeckte, wurde das DPP-Format aus dieser Gesetzgebung inzwischen für viele andere Branchen übernommen, darunter auch für Bauprodukte.
Die neuen Anforderungen der CPR
Nach der neuen CPR sind Hersteller künftig verpflichtet, eine kombinierte Leistungserklärung und Konformitätserklärung (engl. Declaration of Performance and Conformity, DoPC) auszustellen, die die bisherige Leistungserklärung (engl. Declaration of Performance, DoP) ersetzt, die seit 2011 verwendet wird.
Die DoPC muss Umweltinformationen enthalten:
● Beginnend mit dem Global Warming Potential (Treibhauspotenzial)
● Später erweitert auf die 13 Kernindikatoren der EN 15804:A2
● Ab 2031 zusätzlich die 6 weiteren Indikatoren der EN 15804:A2

Digitaler Produktpass für Bauhersteller
Alle Produkte müssen über einen DPP verfügen, bevor sie in Verkehr gebracht werden dürfen. Die EU Kommission wird delegierte Rechtsakte für bestimmte Produktgruppen vorlegen, die die Anforderungen für jeden DPP festlegen. Daher müssen wir noch ein wenig warten, bis genau bekannt ist, wie der DPP für Bauprodukte aussehen wird.
Eines ist jedoch bereits klar: Er wird mindestens eine Umweltproduktdeklaration (EPD) als Kommunikationsformat für Umweltdaten enthalten, gemäß EN 15804:A2. Diese EPD sollte maschinenlesbar nach der ISO 22057 Norm sein.
Herausforderungen und Chancen im Datenmanagement
Der DPP könnte eine erhebliche Datenherausforderung darstellen. Hersteller müssen Daten gründlicher erfassen und strukturieren, als sie dies möglicherweise bisher getan haben. Dies ist eine gute Gelegenheit, die eigene Datenverwaltung zu überdenken und zugleich die Automatisierung von LCA- und EPD-Prozessen im Unternehmen in Betracht zu ziehen.
R<THINK bietet einen umfassenden Ansatz, um die Datenerfassung zu strukturieren und zu verwalten, und kombiniert dies mit Erklärungen wie EPD, Corporate Carbon Footprint und CSRD ES1.
Implementierungs-Timeline und Registrierung
Register öffnet 2026
Die Verpflichtung, einen DPP im dezentralen EU-System verfügbar zu haben, tritt im Januar 2028 in Kraft. Ab Juli 2026 wird das Register geöffnet, und Hersteller können ihre DPPs freiwillig eintragen.
Zugänglichkeitsanforderungen
Die digitalen Informationen über das Produkt und seinen Lebenszyklus müssen leicht zugänglich sein, beispielsweise durch das Scannen eines Datenträgers wie eines QR-Codes oder eines NFC-Tags, der am Produkt angebracht wird.
Systemstruktur und Anforderungen an Backups
Der DPP ist ein dezentrales System, das von Wirtschaftsakteuren eingerichtet und betrieben wird. Der Wirtschaftsakteur muss nach dem Inverkehrbringen eines Produkts eine Sicherungskopie des DPP über einen Dienstleister für digitale Produktpässe (unabhängige Drittpartei) bereitstellen, um sicherzustellen, dass die Informationen auch im Falle einer Insolvenz oder Einstellung der Tätigkeit weiterhin verfügbar sind.
Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen
Die EU-Kommission muss KMU beim Erstellen von Ökodesign-Anforderungen unterstützen. Dabei soll sie die Auswirkungen auf KMU und insbesondere auf Kleinstunternehmen in den jeweiligen Produktbereichen berücksichtigen.
Die Kommission muss KMU unterstützen, durch die Bereitstellung von:
● Guidelines
● Schulungsangeboten
● Finanzieller Unterstützung (einschließlich Steuervergünstigungen)
● Finanzierungsprogrammen in Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedstaaten
Interessante Lektüre:
● Webinar Ecodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR)
● Ecodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR) – EU-Informationen
● Mehr über die CPR
Die Verordnung zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Ökodesign-Anforderungen für nachhaltige Produkte (EU) 2024/1781 wurde am 28.06.2024 im Amtsblatt der EU veröffentlicht und trat am 18.07.2024 in Kraft. Sie ersetzt die Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG, die Anforderungen für das Ökodesign energiebezogener Produkte geschaffen hatte.